[Start] [Impressum / Datenschutz]
 

Gorleben 2008


 

Gorleben 2008 Castor Transporte 2008 nach Gorleben




Sein Name ist Castor. Länger als 30 Jahre ist dieser Name mit Gorleben verbunden, einem Städtchen knapp über 600 Einwohnern, gelegen im  östlichen Zipfel des Landkreises Lüchow-Dannenberg, genannt Wendland. Gorleben hätte seine elbauische Beschaulichkeit und seinen im Mittelalter erworbenen Charme behalten können, und ein paar wanderlustige Touristen hätten der Gegend allenfalls das Prestige eines Geheimtipps verliehen, aber nein, ‚Castor’ schlug in Gorleben ein und schwappte das Städtchen ins Licht des sogenannten öffentlichen Interesses. Heute ist ungewiss, wie es dazu kam, dass Gorleben als Standort zur Endlagerung atomaren Mülls bestimmt wurde, aber trotz allen Hin und Hers zwischen Politik, Wissenschaft, Industrie und Atomkraftgegnern, seit den 1980er Jahren lagert im südlich gelegenen Salzstock Atommüll.

Per Bahn, per Tieflader werden bei der Aufarbeitung entstandene radioaktive Abfälle hunderte Kilometer weit, beispielsweise aus dem englischen Sellafield oder dem französichen La Hague bis nach Gorleben gekarrt und dort im Salzstock gestapelt, 2008 zum elften Mal, zum vorletzten Mal, darf Politikern geglaubt werden. Es schwanken Angaben zur Sicherheit des Standortes, es schwanken Angaben zur Sicherheit der Behälter, des Castors (eine Abk. für cask for storage and transport of radioactive material), es schwanken Daten zu allen sonst in Deutschland stattfindenden Transporten radioaktiven Mülls. Der nukleare Mülltoursimus ist, so scheint es nämlich, eine fortwährende Parxis, die zumeist unbehelligt von Fürsprechern und Gegnern stattfindet.

Bei allen Diskussionen um die Sicherheit der Atomenergie, einen wirklichen Unfall, bei dem Menschen zu Schaden gekommen sind, hat es bisher zumindest in Deutschland oder auch in Mitteleuropa nicht gegeben oder konnte von Verantwortlichen verschleiert werden. Nun bleibt zu entscheiden, ob der Gau provoziert werden sollte.
Alle Atomkraftgegner, die mit ihrem Protest die Gemeinde Gorleben so berühmt gemacht haben, würden sich dagegen sofort irgendwo anketten – es gilt aber eher, die Verkettungen zu zerschlagen, an denen die Risikotechnologie Atomkraft hängt und mit politischen und wirtschaftlichen Interessenten verknüpft ist.
Wenn dieser Müll beseitigt wäre, würde die Berühmtheit Gorlebens von einer hässlichen Bürde zu einem strahlenden Mahnmal. Das wär’ doch mal was.  



Name:

E-Mail:



Sicherheitscode
  » 


Kopie an Absender




 
.